Background Image

Erkrankungen der Lymphgefäße

Bei der Lymphe handelt es sich um eine klare bis hellgelbe Flüssigkeit, die durch Austritt von Blutbestandteilen in das Gewebe entsteht, zunächst im Gewebespalt, dann in besonderen Gefäßen, den sogenannten Lymphgefäßen transportiert wird. Das Lymphgefäßsystem mündet kurz vor dem Herzen in das Venensystem. Das Lymphsystem erfüllt viele wichtige Funktionen für den Organismus. Die Lymphgefäße transportieren täglich bis zu 2 Liter Zwischenzellflüssigkeit ab, dabei werden Schlacken, abgestorbene Zellen und  größere Eiweißkörper abgeleitet. Das Eiweiß wird in die Venen zurückgeführt, während die Schlacken und Zellreste in den  Lymphknoten durch Lymphocyten entfernt werden.


Abflussstörungen im Bereich der Lymphgefäße führen zu  teigigen,  nur zum Teil eindrückbaren schmerzfreien Flüssigkeitsansammlungen im Bereich von Armen und Beinen, dem sogenannten Lymphödem.
Lymphödeme unterscheiden sich in Ausdehnung, Lokalisation und Art der Ausprägung. Die Gesamtheit der an einem Lymphödem leidenden Menschen werden auf weltweit ca. 140 Millionen geschätzt. 


Von der Herkunft unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Lymphödem. Das primäre Lymphödem entsteht durch eine angeborene Fehlbildung im Lymphsystem. Die Ursache sekundärer Lymphödeme ist vielfältig, bsp. nach Operationen  oder als Folge von Verletzungen, bösartigen Erkrankungen, Insektenstichen, Hautentzündungen, Pilzerkrankungen, aber auch in Verbindung mit chronischen Erkrankungen der Venen. Begünstigt wird das Lymphödem durch Bewegungsmangel und Übergewicht.


Die Symptomatik des Gliedmaßenlymphödems ist in der Regel so typisch, dass die Erstellung der Diagnose für den Fachmann aus der Krankengeschichte und dem körperlichen Untersuchungsbefund ohne wesentliche technische Zusatzuntersuchungen gestellt werden kann. Das Lymphödem ist keine Bagatellerkrankung und kann zu invalidisierenden Komplikationen wie schlecht heilenden Hautwunden und Gelenkeinsteifungen führen.


Es wird in 3 Stadien eingeteilt. Im  reversiblen Stadium I  kommt es zu einer noch weichen Schwellung, die bei der Untersuchung daran erkennbar ist, dass Dellen hineingedrückt werden können. Die Schwellung  geht durch Hochlagern des betroffenen Arms oder Beins von sich aus zurück. Das Stadium II(spontan irrereversibles Stadium) ist durch das Auftreten überschüssigen Bindegewebes gekennzeichnet. Man kann keine Delle mehr eindrücken, Hochlagern führt nicht mehr zu einer Rückbildung der Schwellung. Im Stadium III(Elephantiasis ) kommt es zu monströsen Schwellungen Da das Lymphödem zur Progression neigt und es grundsätzlich behandlungsbedürftig ist, sollte bereits im Frühstadium therapiert werden.


Die Methode der Wahl ist die komplex physikalische Entstauungstherapie, eine Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressionstherapie und entstauender Bewegungstherapie. 


Die häufigste und wichtigste Komplikation des Lymphödems ist das Erysipel (Wundrose). Während das normale Risiko ein Erysipel zu bekommen bei etwa 1%o  liegt , ist es schon bei einem geringgradigen Lymphödem erheblich erhöht und steigt bei ausgeprägtem Lymphödem auf bis zu ca. 50% an. Beim Erysipel handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Subkutangewebes, die zu einer flächenhaften Rötung, Überwärmung mit hohem Fieber, Schmerzen sowie einer Funktionseinschränkung der betroffenen Extremität führen kann. Erysipele werden  häufig durch Bagatellverletzungen der Haut verursacht und antibiotisch behandelt. Aufgrund des erhöhten Risikos für Entwicklung eines Erysipels ist beim Lymphödem auf eine konsequente Hautpflege zu achten.

 

Lipödem 

Nicht zu verwechseln mit dem Lymphödem ist das sogenannte Lipödem, bei dem es sich um eine schmerzhafte, symmetrische, anlagebedingte übermäßige Fettgewebsvermehrung der Extremitäten handelt und das fast ausschließlich bei Frauen vorkommt.


In vielen Fällen betrifft das Lipödem den Oberschenkel und Hüftbereich, ist also proximal betont( das sogenannte Reithosenphänomen). Häufig reicht das Lipödem bis zu den Unterschenkeln. Hierbei ist charakteristisch, dass das Lipödem mit dem Knöchel endet, das Fett jedoch am Sprunggelenk überlappt..
In bis zu einem Drittel der Fälle sind auch die Arme betroffen.


Typische Symptome des Lipödems sind Schwere- und Spannungsgefühl sowie eine Prallheit des Gewebes und eine Druck- und Berührungsempfindlichkeit. Außerdem kann die Neigung zu Blutergüssen erhöht sein. Im Verlauf der Erkrankung kann es zusätzlich zur Ausbildung eines Lymphödems kommen.  Auch beim Lipödem kommt die Kompressionstherapie zum Einsatz, im fortgeschrittenen Stadium, Insbesondere bei zusätzlichem sekundärem Lymphödem in Kombination mit Lymphdrainagen Durch diese Behandlung können die Symptome der Erkrankung in der Regel wesentlich gebessert werden. Ideale Sportart beim Lipödem ist das Schwimmen, auch Fahrradfahren wirkt günstig. Empfehlen werden können auch Gymnastik, Aquajogging und Nordicwalking. In manchen  Fällen ist die Liposuktion( Fettabsaugung) in geübten Händen eine therapeutische Option.

 

Unser Leitbild

Im Mittelpunkt unserer Praxis stehen Menschen mit Gefäßkrankheiten und deren Auswirkungen, mit ihren persönlichen Bedürfnissen, Sorgen und Wünschen. Eine optimale gefäßmedizinische Versorgung erreichen wir durch

  • konsequente Patientenorientierung
  • hohe fachliche Kompetenz
  • modernste Technik in Diagnostik und Therapie
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Hausarzt und weiteren Fachärzten unterschiedlicher Richtungen, durch die enge Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Spezialabteilungen von Fachkliniken, Krankenhäusern und Universitätskliniken.

Ihrem Vertrauen begegnen wir mit Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und Respekt.

Wir führen ein regelmäßiges Quailitätsmanagent (QM) durch.

Gefäßkrankheiten im Überblick

  • Arterien
  • Venen
  • Mikrozirkulation
  • Lymphgefäße

Erkrankungen der Arterien können vielfältige Ursachen haben. Neben seltenen entzündlichen Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden), angeborenen Störungen, Verletzungen und Druck von außen (Kompressionssyndrome) spielt die Arteriosklerose die Hauptrolle. Die wichtigsten Erkrankungen betreffen die

  • Herzkranzgefäße (Herzinfarkt)
  • Hirnversorgenden Gefäße (Schlaganfall oder Apoplex)
  • Die peripheren Blutgefäße (periphere arterielle Verschlusskrankheit, Schaufensterkrankheit, Raucherbein, diabetisches Fußsyndrom).

Diese Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache und deshalb nicht nur für das

Read More

Erkrankungen der Venen gehören zu den Volkskrankheiten. Die Erkrankungen der Venen, die das Blut zum Herzen zurückführen, betreffen überwiegend die Beine.

Im Wesentlichen sind folgende Krankheitsbilder, die jeweils das tiefe und das oberflächliche Beinvenensystem betreffen, zu unterscheiden:


- die akute tiefe Beinvenenthrombose (Verschluss der tiefen Beinvenen durch Blutgerinnsel) mit häufig starker Beinschwellung und Schmerzen ist prinzipiell lebensbedrohlich , da sie ohne Behandlung

Read More

Erkrankungen der kleinsten Blutgefäße, der Haargefäße (Kapillaren) und der Endstrombahn der Durchblutung stellen eine besondere Herausforderung an Diagnostik und Therapie da. Neben Mikroembolien von kleinen Blutgerinnseln aus dem Herzen, einer erweiterten Hauptschlagader (Aortenaneurysma) oder einer hochgradigen Gefäßverengung, sowie Cholesterinkristallen (spontan oder nach Kathetereingriffen an den Blutgefäßen) findet sich am häufigsten das Raynaud- Syndrom (Weißfingerkrankheit), wobei meist durch Kälte ausgelöst die

Read More

Bei der Lymphe handelt es sich um eine klare bis hellgelbe Flüssigkeit, die durch Austritt von Blutbestandteilen in das Gewebe entsteht, zunächst im Gewebespalt, dann in besonderen Gefäßen, den sogenannten Lymphgefäßen transportiert wird. Das Lymphgefäßsystem mündet kurz vor dem Herzen in das Venensystem. Das Lymphsystem erfüllt viele wichtige Funktionen für den Organismus. Die Lymphgefäße transportieren täglich bis zu 2 Liter

Read More

So finden Sie zu uns